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Haltung und soziale Kompetenz in der Führung von Remote-Teams

Haltung und soziale Kompetenz in der Führung von Remote-Teams

Im letzten Artikel habe ich Tipps und Lösungen zur sachlich-funktionalen Ebene des Führens von Remote-Teams gegeben. In diesem Blogartikel suchen wir Antworten auf Fragen, wie Sie die Beziehung zwischen Ihnen als Führungskraft und Ihren Mitarbeitern gestalten. Und was Sie beitragen können, dass Mitarbeiter untereinander in positiver Arbeitsbeziehung bleiben.
Fragen wie:
• Wie kann ich mit meinen Mitarbeitern in Verbindung bleiben?
• Wie kann ich den Kommunikationsfluss so gestalten, dass ich nicht permanent direkt eingebunden werde und der Betrieb trotzdem funktioniert?
• Wie halte ich meine Mitarbeiter im Loop über die relevanten Informationen?
• Wie gehe ich mit dem Stress meiner Mitarbeiter um?

Die 7 Top-Herausforderungen von Remote Leadership

Führungskräfte haben in meiner Umfrage immer wieder folgende Herausforderungen genannt:
1. Mitarbeiter mit Pflegeverpflichtungen (Schulkinder, kranke Personen) brauchen mehr Zeit als andere, um Aufgaben zu bearbeiten.
2. Mitarbeiter, die alleine leben bzw. krisenbedingt von Familienmitgliedern getrennt wurden, fühlen sich durch Isolation belastet und sind dadurch weniger belastbar.
3. Ich selbst fühle mich durch die neue Situation überfordert – inhaltlich, technisch und im Arbeitsprozess
4. Die Motivation mancher meiner Mitarbeiter sinkt.
5. Die Leistungsfähigkeit mancher Mitarbeiter sinkt
6. Wie führe ich Mitarbeiter, wenn manche vollbeschäftigt sind und manche in Kurzarbeit?
7. Ich bin selbst als Führungskraft daheim und mehrfach belastet – wie gehe ich damit um?

Zeigen Sie Haltung!

Bevor Sie durch all diese Fragen und Herausforderungen selbst in Stress verfallen, treten Sie einen Schritt zurück und beschäftigen Sie sich mit Ihrer inneren Haltung – Ihren Mitarbeitern gegenüber, aber genauso Ihnen selbst gegenüber. Was die Situation jetzt erfordert, ist wahres Leadership von innen heraus.

Sie leben Ihren Mitarbeitern vor, wie Sie selbst in dieser herausfordernden Zeit agieren – und bewirken damit Großes bei Ihren Mitarbeitern. Denn speziell über digitale Kommunikation spüren Ihre Mitarbeiter, wie Sie zu Ihnen stehen! Ihr Team ist jetzt viel empfindsamer: Handeln Sie wertschätzend? Sind Sie authentisch? Haben Sie Respekt gegenüber den einzelnen Situationen Ihrer Mitarbeiter, aber auch vor Ihrer eigenen Lebenssituation?

Wenn Sie Ihren Mitarbeitern signalisieren: Wir sind alle Menschen. Wir tun, was wir können. Wir achten dabei auf uns selbst und sind aufmerksam unseren Kollegen gegenüber. Dann ist die Chance groß, dass diese Stimmung von Ihnen aus auf Ihr Team überspringt.

Das ist soziale Kompetenz. Nutzen Sie die Chance, diese bei sich selbst zu erhöhen und durch Ihre Haltung auch die soziale Kompetenz Ihrer Mitarbeiter zu stärken. Das geht durch tägliches Üben. Ebenso durch Fehler machen und diese eingestehen. Betrachten Sie diesen Prozess als „Work in progress“. Damit investieren Sie langfristig in gegenseitiges Vertrauen und selbständiges Denken Ihrer Teammitglieder, das in Folge wiederum Sie entlastet.

5 Tipps zur Kommunikation und Motivation im Team

Wenn Sie diese Haltung verinnerlicht haben, stellen Sie sich die Frage: Wie können Sie die den zwischenmenschlichen Austausch in Ihrem Team sicherstellen und fördern? Zum Beispiel:
Treffen Sie Ihr Team auf einen virtuellen Plausch 10 Minuten, bevor das Meeting beginnt: D.h. Sie öffnen den virtuellen Meetingraum 10-15 Minuten vor dem offiziellen Start. Sie sind anwesend und freuen sich über jeden, der schon vorher zum Plausch kommt. Das ist freiwillig. Ihr Team weiß das und sieht: Sie sind da.

Führen Sie fixe Rituale auf freiwilliger Basis ein: Eine Frühstücksrunde, ein Kaffee um 14.30. Ablauf wie oben: Sie öffnen und halten den Raum. Technisch genauso wie energetisch.
Regen Sie an, dass Ihre Mitarbeiter sich auch ohne Sie treffen, ganz gleich ob per Chat oder Video. Eventuell tun ihre Mitarbeiter das ohnehin. Aber wenn Sie das offiziell befürworten, tun sie sich leichter damit. Helfen Sie bei technischen Themen (Installation von entsprechender Software).

Regen Sie aktiv dazu an, Pausen zu machen und diese auch zu kommunizieren. Halten Sie sich auch selbst daran: Machen Sie klar, wann Sie erreichbar sind und wann nicht. Sie sind kein gutes Vorbild, wenn Sie rund um die Uhr erreichbar sind! Erwarten Sie das auch nicht von Ihren Mitarbeitern.

Geben Sie Ihren Mitarbeitern das Gefühl, nützlich und wichtig für das ganze Team zu sein. Besonders wenn sie Mitarbeiter in Kurzarbeit führen! Mehr dazu Im Artikel: Kurzarbeit sinnvoll nutzen.

Achten Sie auf sich selbst und lassen Sie sich begleiten.

Spezielle Stress-Situation bergen die Gefahr, dass sie Sie auspowern! Wenn Sie ein Team remote führen, brauchen Sie viel Energie – definitiv mehr als im Office. Dazu kommt eventuell noch Ihre familiäre Belastung. Wenig Schlaf und dauerhaft „auf 180 laufen“ sind leicht die Folge. Das ist normal! Aber – schon um Ihrer inneren Haltung willen – ist wichtig, dass Sie bewusst gegensteuern:
• Halten Sie sich an beschränkte Arbeitszeiten und kommunizieren Sie diese.
• Wenden Sie sich bewusst auch privaten Themen zu.
• Tanken Sie bewusst Energie – ganz gleich, ob in der Natur oder auf der Couch.
• Haben Sie Geduld mit sich selbst und Ihrem Team.
• Holen Sie sich vorsorglich Hilfe: Lassen Sie sich von einem Coach oder einem Mentor begleiten. Sie müssen nicht alles alleine bewältigen!



Diese Krise – oder neue Normalität – ist eine spezielle Situation. Wenn Sie diese Tipps beherzigen, bin ich sicher, dass Sie sie bewältigen werden. Und noch mehr: Sie nehmen wertvolle Erkenntnisse auf vielen Ebenen mit in die Zeit danach.

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie sich gerade jetzt Begleitung? Ich bin für Sie da!

Sie erreichen mich unter: office@growmind.at oder +436602400135


Ihre Raluca Ionescu


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